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Immobilie in Darmstadt kaufen: Muss der Notar aus Darmstadt sein?

Nein. Wer in Darmstadt eine Wohnung oder ein Grundstück/Haus kauft, kann den Notar frei wählen. Ein Notar in Darmstadt ist dafür ebenso geeignet wie einer in einer anderen Stadt. Was sich nach dem Ort der Immobilie richtet, sind vor allem Grunderwerbsteuer, Grundbuchamt und das Hessengeld.
Freie Notarwahl: Was das bedeutet
Käufer und Verkäufer einigen sich auf einen Notar; meist schlägt ihn die Käuferseite vor, weil sie die Notarkosten in der Regel trägt. Jeder Notar beurkundet in seinem eigenen Amtsbereich (§ 10a BNotO). Wo die Immobilie liegt, ist dafür unerheblich.
Für das Ergebnis macht die Wahl keinen Unterschied: Es gilt bundesweit dasselbe Recht, die Notarkosten sind im Gerichts- und Notarkostengesetz gesetzlich festgelegt, und abweichende Vereinbarungen über ihre Höhe sind unwirksam (§ 125 GNotKG). Jeder Notar ist unparteiisch und belehrt beide Seiten.
Ein Notar in Darmstadt hat den Vorteil kurzer Wege. Wer beruflich oder privat ohnehin an der Bergstraße oder anderswo unterwegs ist, kann ebenso einen Notar dort wählen.
Was sich nach dem Ort der Immobilie richtet
| Punkt | Für eine Immobilie in Darmstadt |
|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 6,0 % (Hessen) |
| Zuständiges Finanzamt | das Finanzamt, in dessen Bezirk das Grundstück liegt |
| Grundbuchamt | Grundbuchamt beim Amtsgericht Darmstadt |
| Hessengeld | möglich, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind |
Rechenbeispiel: Bei einem Kaufpreis von 380.000 Euro beträgt die Grunderwerbsteuer 22.800 Euro (mehr dazu: Kaufnebenkosten in Hessen). Kauft ein Paar mit einem minderjährigen Kind zum ersten Mal eine selbst bewohnte Immobilie, kommt nach der Förderrichtlinie Hessengeld ein Zuschuss von bis zu 25.000 Euro in Betracht (10.000 Euro je Käufer, 5.000 Euro je Kind), höchstens aber die gezahlte Grunderwerbsteuer, hier also 22.800 Euro. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht; die WIBank bewilligt im Rahmen der Haushaltsmittel.
Hessengeld: Warum der Notartermin wichtig ist
Für das Hessengeld kommt es auf die Verhältnisse am Tag der Beurkundung an, etwa darauf, dass die Käufer vorher noch nie Eigentümer einer Immobilie waren. Beantragt wird es erst nach dem Kauf bei der WIBank. Das gilt unabhängig davon, bei welchem Notar der Vertrag beurkundet wird. Wichtig ist nur, dass die Immobilie in Hessen liegt.
So läuft der Kauf ab, wenn der Notar nicht in Darmstadt sitzt
Beispiel (fiktiv): Lena und Jonas Becker kaufen ein Grundstück mit Doppelhaushälfte in Darmstadt-Eberstadt. Die Verkäuferin lebt inzwischen in Heppenheim und möchte den Termin in ihrer Nähe. Die Beckers sind einverstanden.
- Der Notar erstellt den Vertragsentwurf und schickt ihn beiden Seiten per E-Mail.
- Fragen klären die Beteiligten telefonisch oder per Video.
- Die Beurkundung findet beim Notar statt.
- Der Notar beantragt die Vormerkung beim Grundbuchamt in Darmstadt, zeigt den Vertrag dem Finanzamt an und teilt mit, wann der Kaufpreis fällig ist.
- Nach Zahlung der Grunderwerbsteuer beantragen die Beckers das Hessengeld bei der WIBank.
Mit einem Notar in Darmstadt wäre der Ablauf derselbe gewesen.
Das Wichtigste in Kürze
- Für eine Immobilie in Darmstadt müssen Sie keinen Notar in Darmstadt beauftragen; die Notarwahl ist frei.
- Ein Notar vor Ort ist genauso geeignet. Recht, Pflichten und Kosten sind überall gleich.
- Nach dem Ort der Immobilie richten sich Grunderwerbsteuer (Hessen: 6,0 %), Finanzamt und Grundbuchamt.
- Das Hessengeld hängt vom Ort der Immobilie ab, nicht vom Sitz des Notars.
Häufige Fragen
Kann ich das Hessengeld auch bekommen, wenn der Notar außerhalb von Darmstadt sitzt? Ja. Entscheidend ist, dass die Immobilie in Hessen liegt und die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind.
Ist ein Notar außerhalb von Darmstadt teurer? Nein. Die Notargebühren sind gesetzlich festgelegt und überall gleich.
Muss ich zum Grundbuchamt nach Darmstadt? In der Regel nicht. Die Anträge stellt der Notar elektronisch.
Ihr Anliegen besprechen
Sie haben Fragen zum Ablauf eines Immobilienkaufs? Welche Unterlagen benötigt werden und wie es weitergeht, klären Sie mit der Kanzlei. Termin zu diesem Thema anfragen · kanzlei@drrohde.de · 06251 9747932
Quellen
- § 10a BNotO
- § 125 GNotKG
- § 17 Abs. 1 GrEStG
- Grunderwerbsteuersatz Hessen 6,0 % (seit 1.8.2014)
- Förderrichtlinie Hessengeld / WIBank (Angaben übernommen aus geprüftem Artikel 56)
Allgemeine Information, keine Beratung im Einzelfall.
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